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Spreewälder Gurkentag

Der Spreewälder Gurkentag in Golßen findet immer am zweiten Wochenende im August statt und ist ein richtig großes Ereignis für die Region Spreewald. Der einzig wahre Star an diesen zwei Sommertagen ist die Spreewälder Gurke, es dreht sich alles um das bekannteste Produkt aus dem Spreewald. Wir von Hier hat sich auf die Reise nach Golßen begeben, um dem Fest beizuwohnen.

Spreewald Gurken: Königliche Angelegenheit und Tradition

Frische Gurken, eingelegte Gurken, Snack-Gurken, Gurkensuppe, Gurkenradler… Was für Gurkenvariationen es nicht alles gibt! Aber nicht nur Gurken, sondern auch andere regionale Produkte aus dem Spreewald und ganz Brandenburg werden auf dem Gurkentag-Markt in Golßen präsentiert. Kürbisse und Knoblauch, Mais und Karotten, Honig und Leinöl. Wenn man kein Interesse an Gurken hat, ist man beim Gurkentag also trotzdem genau richtig, um unterschiedliche Brandenburgische Spezialitäten kennenzulernen.

Das Gurkenkönigspaar am Spreewälder Gurkentag

Die Krönung des Gurkenkönigspaar

Das größte Highlight neben Erzeugnissen aus der Region ist jedes Jahr die feierliche Krönung des Spreewälder Gurkenkönigspaares auf der Marktbühne vor dem Rathaus. Das gewählte Königspaar schlägt ein Fass mit frischen Gurken der aktuellen Verarbeitungssaison an und verteilt Gurken unter allen Gästen. Auch wenn dieses Jahr leider kein Gurkenkönigspaar gewählt wurde, hat die Verkostung zu unserer Freude trotzdem stattgefunden. Das Königspaar vom letzten Jahr hat die Tradition gerettet. 🙂

Traditionelles Handwerk

Der Gurkentag ist vor allem auch ein Schaufenster für traditionelles Handwerk und kulturelle Höhepunkte der Spreewälder Region. Die Traditionsvereine wie zum Beispiel der Dachverband sorbischer Vereinigungen und Verbände Domowina vermitteln historische Arbeitsweisen, Handwerkstechniken und dörfliches Brauchtum.

Abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm

Neben dem großen Angebot an kulinarischen Spezialitäten geht es weiter mit einem abwechslungsreichen Veranstaltungsprogramm auf zwei Bühnen. Live-Musik, Open Air Spektakel, Trachtentänze und Streetdance-Show – dieses Jahr war fast alles dabei. Nicht gefehlt haben auch die Rassegeflügelschau mit Hühnerlotto und das Kleinkaliberschießen. Von 10 Uhr morgens am Samstag bis zum späten Nachmittag am Sonntag konnten Golßener und alle Gäste nonstop durch den Markt bummeln, das Handwerk aus der Region und ein reichhaltiges Programm miterleben.

Rezeptideen und Kulinarische zum Mitnehmen

Alle wissbegierigen und kulinarisch interessierten Gäste hatten die Möglichkeit, neue Ideen für die Zubereitung von Gurken bei Gurkenseminaren und Kochshows direkt von Experten aus der Region zu holen. Mit dabei waren dieses Jahr Jörg Thiele, Gastgeber und Lieblingskoch in der Kolonieschänke in Burg, der erfahrene Koch Wolfgang Schalow aus Vierlinden und Lutz Thiede, Miet- und Chefkoch in der Kantine „Zur Ratsecke“ in Lübben.

Zur Erfrischung an heißen Sommertagen haben wir uns ein Rezept für geeiste Gurkensuppe von Lutz Thiede rausgesucht.


Zutaten für 10 Personen

2 l kalte Gemüsebrühe

1 Salatgurke

300 g Gewürzgurken

1 Bund Petersillie

1 Bund Dill

50 ml Sahne

je 1 Prise Salz, Pfeffer

1 EL Essig

1 Schuss Leinöl

1 TL Zucker

1-2 Handvoll Crasheis

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Zubereitung

Die Gurken raspeln und mit den restlichen Zutaten vermischen. Mit Öl und Kräutern anrichten.


Spreewälder Gurken

Spreewälder Gurken – Qualität pur

Was aber haben Spreewälder Gurken an sich? Seit 1999 sind die Gurken aus der Region Spreewald mit dem EU Gütesiegel „geschützte geografische Angabe“ gekennzeichnet. Diese Kennzeichnung verpflichtet Hersteller zur Einhaltung strenger Richtlinien, die von unabhängigen Prüfern kontrolliert werden. Siehst du „Spreewälder Gurken“ auf dem Etikett, heißt es, dass die Gurken tatsächlich aus Spreewald kommen und nach traditionellen Rezepten verarbeitet wurden.

Gut zu wissen: die Spreewälder Spezialität brachten die Slawen im 6. Jahrhundert in den Spreewald mit. Sie kannten die Einlegetechnik mit Kräutern in Tontöpfen. Als im 16. Jahrhundert die flämischen Tuchmacher in die Region kamen, fingen sie mit dem Gurkenanbau an, den sie von zu Hause gut kannten. Die Gurken wuchsen einfach hervorragend auf den feuchten humusreichen Böden. Per Kahn, später mit Kutsche und ab Mitte des 19. Jahrhunderts per Eisenbahn wurden die Gurken zu den Kunden geliefert.

Die überregionale Vermarktung von Gurken fing aber erst dann an, als das Pasteurisierungsverfahren erfunden wurde. Die Spreewälder Gurken sind wegen ihres besonderen Geschmacks, der Bissfestigkeit und der Verwendung von frischen Kräutern so einzigartig wie keine anderen Gurken auf der Welt. 😉

Gibt es auch in deiner Region ein Produkt mit einer echten Tradition? Erzähle uns darüber in den Kommentaren oder tausche dich mit deinen Nachbarn über die Lieblingsrezepte aus deiner Region aus.


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