Essen & Shoppen

Hiersein ohne Verpackungsmüll

37 Kilo Plastik verbrauchen Deutsche jedes Jahr pro Kopf – so viel wie kein anderes Land in der Europäischen Union (mehr dazu hier). Kein Wunder, wenn man in die Regale eines normalen Supermarkts schaut. Ohne Plastik geht es scheinbar nicht. Selbst Bananen oder Zucchini werden häufig verpackt. Hygienisch und praktisch soll die Plastikverpackung sein. Der Umwelt tut es allerdings nicht besonders gut: 1.400 Tonnen deutsches Plastik landen jedes Jahr im Meer.

Was können wir dagegen tun? Eine ganze Menge! Als ersten Schritt kann man seinen Lebensmittelkonsum überdenken und verpackungsfrei einkaufen. Wie? Das Wir von Hier Team hat für dich eine Liste mit unterschiedlichen Tipps zusammengestellt, wie du dich auf einen Wocheneinkauf ohne Verpackung vorbereiten kannst. Bist du bereit, etwas Gutes für die Umwelt zu tun? 🙂

A und O: Vorbereitung

Die richtige Vorbereitung ist das A und O für verpackungsfreies Einkaufen. Als erstes brauchst du eigene Behälter für Lebensmittel. Das sind einfache Dinge wie Einmachgläser, Beutel oder Boxen, die du eventuell sowieso schon bei dir zu Hause hast.

Plane deinen Einkauf im Voraus und nimm ausreichend Beutel, Boxen und/oder Gläser mit. Am Anfang kann es etwas verwirrend sein, aber wenn du erst einmal eine Routine festgelegt hast, funktioniert der Einkauf reibungslos.

Mittlerweile gibt es auf dem Markt auch spezielle Beutel und Boxen, die das ‚unverpackte’ Leben deutlich einfacher machen.

Wir von Hier Vorschlag: Das Starter-Set

  • Baumwollbeutel für Brot, Pasta, Haferflocken, Trockenfrüchte, Gemüse oder lose Beeren
  • Obst- und Gemüsenetze – ideal für Kartoffeln oder Äpfel (gut belüftet aufbewahren!)
  • Bügelgläser für Gewürze, Kräuter, Marmelade oder Getreide
  • Glasflaschen für Essig, Öl und sonstige Flüssigkeiten
  • Aufbewahrungsboxen für Käse- und Fleischwaren sowie Antipasti
  • Kartonschachtel für Eier (gern schon gebrauchte wiederverwenden!)

Hast du Beutel, Aufbewahrungsboxen und Gläser in ausreichender Menge zu Hause, müsstest du dir natürlich immer im Voraus überlegen, WAS du einkaufen willst. Wenn du das schaffst, wäre es optimal – denn durch einen sparsamen und durchgeplanten Einkauf trägst du dazu bei, die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. 🙂

Zwar funktioniert nicht alles aus unserer Liste in einem normalen Supermarkt, dafür aber zum Beispiel in einem Unverpackt-Laden oder auf dem Wochenmarkt (mehr dazu später). Achte beim Einkauf darauf, Lebensmittel lieber in Glas oder in Papierverpackungen als in Plastik zu kaufen.

Es schadet auch nicht, eigene Essensgewohnheiten zu hinterfragen. Statt Mineralwasser in Plastikflaschen zu kaufen, trink doch lieber Leitungswasser und besorg dir eine Trinkflasche für unterwegs. Oder das sommerliche Eis lieber mal aus der Waffel, als aus dem Plastikbecher.

… und zuallerletzt ♥ unser Geheimtipp für Wein-Fans ♥: Prüfe mithilfe dieser Website, ob Weinflaschen mit Naturkorken oder Plastik verschlossen sind.

Einkaufen in der Nachbarschaft

Hast du dich einmal für verpackungsfreies Shopping entschieden, kannst du eine Liste mit für diesen Zweck passenden Einkaufs-Orten zusammenstellen. Mach einen kleinen Spaziergang in der Umgebung und notier dir, wo du was ohne Verpackung kaufen kannst. Fällt dir das schwer? Ein kleiner Tipp: Schreib einfach alle Sachen auf, die du am häufigsten unter der Woche kaufst und prüfe gezielt vor Ort, ob das jeweilige Lebensmittel auch ohne Verpackung zu erwerben ist.

Supermarkt in der Nähe

Wir behaupten, dass es fast in jedem Supermarkt möglich ist, etwas ohne Verpackung zu finden. Das betrifft meist solche Waren wie Obst, Gemüse oder Brot. Hier kannst du dich deiner mitgebrachten Beutel und Gemüsenetze bedienen. Schaue dich um, ob du Milch, Joghurt und Getränke auch in Glas- statt Plastikflaschen kaufen kannst. Gibt es im Supermarkt eine Frischetheke, sollte es auch möglich sein, Käse- und Wurstwaren in die mitgebrachten Boxen mitzunehmen. Aufgrund von Hygienevorschriften ist es allerdings nicht immer möglich, daher frag am besten beim Supermarkt in deiner Nähe vorher nach.

Wochenmarkt

Auf dem Wochenmarkt gibt es eine große Auswahl an frischem Obst und Gemüse und es macht dabei auch einfach mehr Spaß als der Einkauf im Supermarkt. So kommst du zum Beispiel mit den Händlern ins Gespräch und … vielleicht hast du schon sehr bald einen Stammort, an dem du immer Gurken und Tomaten einkaufst. Außerdem sollte es auf dem Wochenmarkt meist möglich sein, Brot, Käse, Eier und Fleisch ohne Verpackung zu kaufen. Hast du einen Wochenmarkt, bei dem du gern einkaufst?

Einer unserer Berliner Lieblingsmärkte ist der Wochenmarkt am Boxhagener Platz.

Unverpackt-Laden

Der Unverpackt-Laden ist, wie der Name schon sagt, die beste Möglichkeit, wenn du verpackungsfrei einkaufen willst. Das Konzept ist, den Kunden gerade solche Waren verpackungsfrei anzubieten, die sonst nur in Verpackungen verkauft werden. Die Unverpackt-Läden gibt es mittlerweile in allen Großstädten in Deutschlands. Falls du keinen in deiner Nähe kennst, kannst du nach ihnen mithilfe von Zero Waste Karten, wie zum Beispiel dieser hier suchen.

Original Unverpackt in Berlin

In einem Unverpackt-Laden findest du unterschiedliche Lebensmittel ohne Verpackung. Dort kannst du zum Beispiel auch Nudel, Gewürze, Trockenfrüchte, Mehl und viele andere Waren lose kaufen. An den Wänden sind Spender (Bulk Bins) montiert, an denen man sich die Ware selbst in die mitgebrachten Beutel oder Gläser abfüllen kann.

Beim Reingehen werden deine Behälter abgewogen, damit du nur dafür zahlst, was du mitgenommen hast. Hast du keine eigenen Behälter dabei, kannst du sie auch im Laden ausleihen.

Auch wenn es aktuell noch nicht so viele Unverpackt-Läden gibt, ist die Idee sehr gefragt und es sprießen immer mehr Läden aus dem Boden! 🙂

Zuallerletzt möchten wir dir noch die folgenden Tipps ans Herz legen, die vielleicht offensichtlich sind, aber trotzdem manchmal vergessen werden.

Drei Tipps der Umwelt zuliebe:

  • Vergiss nicht, einen Rucksack, ein Korb oder einen Jutebeutel für den Einkauf mitzunehmen
  • Kauf keine Fertiggerichte, sondern koch lieber selbst
  • Vermeide Frischhaltefolie, sondern verwende am besten ein Bienenwachstuch

    Original Unverpackt in Berlin

Der verpackungsfreie Wocheneinkauf ist nur der erste Schritt in die richtige Richtung. 🙂 Es gibt eine Menge von Möglichkeiten, sich gegen Verpackung beim Shoppen einzusetzen, vor allem im Bereich Drogerie und Kosmetik. Bist du auf der Suche nach Inspiration? In unserem Interview mit Sabrina von Fördegrün aus Kiel findest du ein paar Tipps und Ideen für mehr Nachhaltigkeit in der Nachbarschaft.

Kaufst du verpackungsfrei ein oder willst damit anfangen? Teile deine Tipps und Erfahrung mit der Wir von Hier Community und setze dich für weniger Plastik in deiner Nachbarschaft ein!


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