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GemüseAckerdemie – Gärtnern an Schulen & Kitas

Gemüse essen – Gemüse verstehen. „Für eine Generation, die weiß, was sie isst!“, so das Motto der GemüseAckerdemie. 2014 als ein gemeinnütziges Sozialunternehmen in Potsdam gegründet, hat sich das Projekt des Gründers Christoph Schmitz mittlerweile in ein großes Netzwerk mit mehr als 250 Standorten an Kitas und Schulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz entwickelt.

Die GemüseAckerdemie bietet ein Bildungsprogramm für Schulen und Kita, das die Bedeutung von Natur und die Wertschätzung von Lebensmitteln in der Gesellschaft in den Mittelpunkt stellt. Im gemeinsamen Gärtnern lernen die Kinder zu verstehen, was gesundes Gemüse ausmacht. Begeistert von dieser großartigen und wichtigen Mission, hat Wir von Hier das GemüseAckerdemie-Pflanzteam bei der herbstlichen Pflanzung an der Athene-Grundschule in Berlin-Lichterfelde mitbegleitet.

Gemüse für Kinder: Vorfreude auf die Ackerstunde

Das Bildungsprogramm von der GemüseAckerdemie ist für ein Jahr angedacht und besteht aus Theorie und Praxis. Während der drei Phasen, die VorAckerzeit, die AckerZeit und die NachAckerzeit, bekommen Schülerinnen und Schüler erste Einblicke in Gemüseanbau, biologische Vielfalt und Bodenfruchtbarkeit.

Unterstützung vom Pflanzteam

Bei den drei Pflanzungen kommt das Pflanzteam der GemüseAckerdemie mit dazu. Über das Jahr hinweg betreuen die Schüler*innen den Acker aber vor allem selbst. Die Lehrer*innen nehmen in der Vorbereitungsphase an den Fortbildungen der GemüseAckerdemie teil und werden mit Bildungsmaterial und durch persönliche Betreuung unterstützt. Außerdem bekommen die Schulen das Saat- und Pflanzgut sowie Hilfe bei der Ackersuche und -einrichtung.

Bei der letzten Pflanzung in diesem Jahr hatten Schüler*innen Kresse und Feldsalat zur Auswahl.

Bei den drei Pflanzungen kommt das Pflanzteam der GemüseAckerdemie mit dazu. Über das Jahr hinweg betreuen die Schüler*innen den Acker aber vor allem selbst. Die Lehrer*innen nehmen in der Vorbereitungsphase an den Fortbildungen der GemüseAckerdemie teil und werden mit Bildungsmaterial und durch persönliche Betreuung unterstützt. Außerdem bekommen die Schulen das Saat- und Pflanzgut sowie Hilfe bei der Ackersuche und -einrichtung.

Nach der Bepflanzung findet in der AckerSchule jede Woche eine Doppelunterrichtsstunde auf dem Acker statt. Pflanzen, pflegen, ernten – das machen die Kinder mit Begeisterung und Spaß. Wie viel Freude die Schülerinnen und Schüler an einer Ackerstunde haben können, haben wir bei der Pflanzung an der Athene-Grundschule selbst gesehen.

Gleich zwei Schülergruppen haben der Pflanzleiter Tobias und die Ackerhelferinnen Sarah und Barbara an diesem Vormittag im September bei der dritten und letzten Pflanzung für dieses Jahr unterstützt. Die Schüler*innen haben sich in drei Gruppen aufgeteilt, die Einen gingen Kresse pflanzen, die Anderen interessierten sich mehr für Feldsalat, und die Dritten haben Büsche geschnitten. Auf dem Acker gibt’s immer was zu tun, aber die Gartenarbeit muss vor allem Spaß machen. So kann sich jede*r aussuchen, was er*sie lieber tun will.

Individuelle Ackerpläne und Fruchtfolgen

Was auf dem Acker gepflanzt wird, wird durch einen individuellen Plan bestimmt: „Es gibt die Fruchtfolge, die eingehalten werden muss und danach wird für jedes Jahr ein Grundkonzept gestrickt“, erzählt uns Tobias.

„Es gibt ein paar Grundideen, was Fruchtfolgen betrifft, sie werden umgesetzt und eingehalten, und dann gibt es für jede Schule einen eigenen Pflanzplan. Nicht jede Schule kann genau den gleichen Acker herstellen. Manche haben mehr Platz, manche weniger“.

Das Erklären ist ein wichtiger Teil der Ackerstunden an den Schulen.

Bei der Planung ist es auch wichtig, zu berücksichtigen, dass nicht jedes Jahr immer dasselbe auf demselben Beet angebaut wird. Die Äcker werden nicht gedüngt, zum Einsatz kommt dafür das Mulch-Verfahren. Im Winter wird der Acker komplett mit Blättern und allem, was man nach der Erntezeit so auf dem Acker findet, vollgehäuft. Im Frühjahr wird alles eingegraben, der Boden verbessert sich dadurch über Jahre und reichert sich mit Bodenorganismen an.

Ein Gemüsegarten an der Schule – nur für Stadtkinder?

„Aber ist die GemüseAckerdemie nur etwas für Stadtkinder?“ haben wir uns gefragt. „Nein, für alle Kinder!“, sagt Sarah, „Ich glaube, das ist manchmal ein Trugschluss, dass die Kinder, weil sie auf dem Land oder im ländlichen Raum leben, bereits einen stärkeren Bezug zur Natur haben“.

Lebt man auf dem Land, heißt das nicht immer, dass man automatisch naturverbunden ist und sich mit den Techniken und der Natur auskennt. In der Stadt, wo man manchmal den ganzen Tag nur Häuser und Straßen sieht, wird es dagegen häufig sehr bewusst, dass man mehr Gärten und mehr Natur im Alltag braucht. „Ich finde, Gartenbau gehört an jede Schule. Egal, ob Stadt oder Land“, so Tobias.

Ernten und entdecken – dafür ist der Gemüsegarten an der Schule da.

Auf dem Schulacker gibt es immer was zu tun – hier entdecken Schüler*innen jede Woche etwas Neues. Dabei ist es wichtig, so Sarah und Tobias, wie man die Kinder anspricht. Das Schwierigste ist es, den richtigen Zugang zu finden, denn jede*r hat einen Bereich, der ihm*ihr am nächsten liegt. Ob Begeisterung für schöne Blumen oder Freude am Entdecken. „Irgendwie hat jeder Mensch eine Bereitschaft [für die Natur], und je nachdem, wo es hakt, kann man diese Facetten so ankitzeln“, sagt Sarah. „Ich habe von coolen Scheren erzählt und plötzlich hatten alle Bock auf coole Scheren“, ergänzte Tobias.

Mitmachen bei der GemüseAckerdemie

Die Ackerhelfer*innen und Mentor*innen

Wer macht eigentlich bei der GemüseAckerdemie mit? Vor allem die Ackerhelfer*innen und Mentor*innen wie Sarah, Tobias und Barbara sind ein wichtiges Bindeglied zwischen dem Organisationsteam der GemüseAckerdemie und den Schulen. Viele Helfer*innen haben einen Hintergrund im Gemüseanbau und/oder Agrar- und Umweltwissenschaften.

So ist Tobias zum Beispiel studierter ökologischer Agrarwissenschaftler, auch Sarah ist ausgebildete Umweltwissenschaftlerin. Von der GemüseAckerdemie erfuhr sie auf dem Tag der offenen Tür in der Hofgärtnerei, wo das Projekt einen Stand hatte. Heute unterstützt Sarah die GemüseAckerdemie als Ackerhelferin und Mentorin. Aber natürlich kommen die Leute zum Projekt auch einfach über Freunde, wie das bei Barbara der Fall war.

Für die Termine an den Schulen trägt man sich vorher online ein, vor Ort arbeitet man je nachdem mit den unterschiedlichen Teams. „Man sieht sich zwar nicht jedes Mal, aber man freut sich, wenn man bekannte Gesichter sieht“, erzählt Sarah. Das Gefühl, an dem gleichen Ziel zu arbeiten, verbindet Ackerhelfer*innen, und es gibt ja auch gemeinsame Treffen und Fortbildungen, wo man sich noch besser kennenlernen kann.

Die Ernte ist da!

Das Organisationsteam

Neben Ackerhelfer*innen, Mentor*innen und Ackercoaches gibt es aber natürlich noch das Organisationsteam der GemüseAckerdemie, das alle Termine koordiniert und plant. Der Ackerdemia Verein hilft viel in organisatorischen und logistischen Fragen, zum Beispiel beim Fundraising für einen Gemüsegarten an der Schule. Zwar unterstützt die GemüseAckerdemie die Schulen viel, einen Teil von der Organisation und Finanzierung müssen die Schulen aber auch selbst tragen.

Die GemüseAckerdemie unterstützen

Auf längere Sicht sollen Schulen nach und nach auch ihr eigenes Saatgut machen und die Unterstützung der GemüseAckerdemie weniger werden bis der Garten an der Schule auch von allein läuft. Ein Netzwerk, in dem die Schulen zum Beispiel ihr Saatgut tauschen könnten, wäre auch sehr schön.

Die Schulen erreicht GemüseAckerdemie überwiegend über Öffentlichkeitsarbeit, so zum Beispiel auf Umweltfesten oder sonstigen Veranstaltungen. Hier findet der Verein auch Freiwillige, die sich als Mentor*innen ehrenamtlich engagieren. Die Mentor*innen kommen zum Lernort dazu und unterstützen die Schulen mit ihren Fachkenntnissen im Gemüseanbau oder auch auf andere Weise. „Manchmal sind das ältere Leute, die in Rente sind und Zeit haben, Student*innen, oder Eltern aus der Schule“, erzählt Sarah.

GemüseAckerdemie: Salat

GemüseAckerdemie hilft Kindern, das zu entdecken, was auf den ersten Blick natürlich, aber heutzutage nicht unbedingt selbstverständlich ist. Man lernt vor allem wertzuschätzen, was man isst. Man lernt, wie das Gemüse angebaut wird und wie schwierig das sein kann. Letztendlich versteht man, wie Natur und Lebensmittelproduktion zusammenhängen.


Das Wir von Hier Team war von der Vision der GemüseAckerdemie sehr begeistert. Vor Ort hatten wir unglaublich viel Spaß, den Kindern und Ackerhelfer*innen beim Pflanzen und Ernten zuzuschauen und mitzumachen.

Willst du bei der GemüseAckerdemie mitmachen? Dann schau dich auf der Website des Unternehmens um. Es gibt viele Möglichkeiten, sich bei der GemüseAckerdemie zu engagieren!

Vernetze dich mit anderen interessierten Nachbarn in deiner Nachbarschaft und tausche dich über die Idee einer AckerSchule oder einer AckerKita mit ihnen aus.

Falls du noch nicht auf Wir von Hier bist, hier geht’s zur Anmeldung:

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