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Plastik sparen: Weniger Verpackungsmüll im Alltag

Plastik sparen Tipps

Plastik sparen – davon reden heute viele. Wie viele machen aber das tatsächlich? Das Wir von Hier Team sprach mit Sabine und Petra über ihre Initiative „Plastik sparen“ aus der Region Frankfurt am Main. Warum Plastik sparen heute so aktuell wie nie ist und welche Tipps dir helfen, deinen Plastikkonsum zu reduzieren, erfährst du in diesem Beitrag.

Plastik sparen kann jeder!

Hallo Petra und Sabine, eure Initiative heißt „Plastik sparen“. Was bedeutet „Plastik sparen“ genau für euch?

Petra von der Initiative "Plastik sparen"

Petra © Plastik sparen

Petra: Das Hauptziel von “Plastik sparen” ist es, die Menschen zu motivieren, an ihren Einkaufsgewohnheiten etwas zu verändern, im Sinne unseres Mottos “Plastik sparen kann jeder” oder “Nicht nur reden … machen!”

Je größer eine Veränderung ist, desto schwieriger ist es, sie in den Alltag zu integrieren. Zero Waste oder plastikfrei leben können sich viele nicht vorstellen und lehnen es deshalb von vornherein ab. “Plastik sparen” möchte diese Hürde verkleinern.

Wir motivieren und begeistern Menschen, dabei mitzumachen, um den täglichen Alltags-Plastikmüll zu reduzieren. Bei uns geht es absichtlich nicht um den totalen Plastikverzicht, sondern um die größtmögliche Reduzierung in möglichst vielen Haushalten.

Sabine: Für mich bedeutet “Plastik sparen” das bewusste Einsparen von Plastik, also von “Plastik nicht kaufen bzw. verwenden”, was jedoch bei jedem anders aussehen kann. Das hängt von vielen Faktoren ab, wie Wohnort, Einkommen, Familie oder Single usw.

Wie ist eure Initiative entstanden und was ist das wichtigste Ziel, das ihr mit dem Projekt erreichen wollt?

Petra: Ich habe beim Einkaufen gemerkt, wie es immer schwieriger wird, Lebensmittel und andere Dinge ohne Plastik zu kaufen. Fast jeder Einkauf endete mit einer Plastikschlacht für die gelbe Tonne. Ich begann nachzudenken, mein Verhalten zu reflektieren, Workshops zu dem Thema zu besuchen und in die Welt des Müll- und Plastikvermeidens auf Blogs und Internetseiten einzutauchen. Schnell merkte ich, dass sich viele Dinge gar nicht so einfach im Alltag umsetzen lassen, sei es aus Zeitgründen, finanziellen Erwägungen oder fehlender Akzeptanz in der Familie. Trotzdem begann ich konsequent Dinge zu verändern. Ich merkte überrascht, wie viel doch geht, wenn man einmal den Entschluss gefasst hat, etwas zu verändern. Und dann habe ich Sabine beim Netzwerken kennengelernt … das war dann die Geburtsstunde von “Plastik sparen”.

Sabine von der Initiative "Plastik sparen"

Sabine © Plastik sparen

Sabine: Eigentlich war es eher Zufall. Wir haben uns “getroffen”, geredet und dann angefangen 🙂 …so wie es bei sehr vielen Projekten läuft. Das wichtigste Ziel ist für mich, dass viele kleine Leute viele kleine Dinge tun. Wer zum Beispiel im Moment nicht wirklich viel Plastik sparen kann, kann dennoch dabei helfen, andere zum “Plastik sparen” zu bringen. Egal, wie klein der Schritt: es ist ein Schritt zu weniger Plastik im Alltag. Es geht nicht um Perfektionismus, sondern ums Machen.

Gelbe Tonne = Plastik sparen?

Plastik im Alltag sparen, weniger Plastik nutzen – diese Themen sind in den letzten Jahren unglaublich wichtig geworden. Warum aber erst jetzt?

Petra: Plastik ist leicht, durchsichtig und hygienisch. In ihm lässt sich vieles in Supermarkt/Discounter schnell mitnehmen, leicht tragen. Alles ist fertig abgepackt, man braucht sich nirgendwo anzustellen und zu warten. Die Produkte sind länger haltbar, man muss nicht mehr so oft einkaufen gehen und “verschwendet” keine Zeit.

Hinzu kommt, dass die “gelbe Tonne” vielen Menschen das Gefühl gibt, alles richtig zu machen. Egal, wie viel Verpackung sie verbrauchen, es wird ja alles recycelt. Ein Trugschluss. Bei Plastikabfall ist das leider nicht der Fall. Er wird nur zu ca. 35 % recycelt, 65 % werden verbrannt oder ins Ausland verkauft. Diese Informationen werden aber erst in letzter Zeit von den Medien mit Nachdruck publiziert. Videos und Bilder von Horrorszenarien von Plastikmengen im Meer lassen inzwischen viele Menschen aufhorchen. Aber noch reagieren viel zu wenige, denn vom Wissen zum Handeln ist es oftmals ein langer Weg. Viele fühlen sich auch einfach ohnmächtig, wenn sie sich der Mengen bewusst werden.

Sabine: Na ja, meiner Ansicht nach muss man die Probleme sehen, vor denen die Unternehmen stehen, was den Absatz ihrer Produkte betrifft. Immer mehr Menschen wollen grün, fair, eben “nachhaltig” kaufen… Folge dem Geld… Plastikfreie und grüne Produkte sind im Moment “in Mode”. Wenn man aber sieht, was dahinter steht (siehe Film “Die grüne Lüge”), dann ist vieles nicht mehr so fair, ökologisch usw., aber da die meisten Menschen nicht hinterfragen, sondern sich mit Labels ein gutes Gewissen kaufen, wird das von der Industrie genutzt.

Letztendlich wird mit Gefühlen gespielt und ausgenutzt. Plastikfrei, unverpackt usw. – damit macht man mehr Gewinn. Das ist der Grund, warum den Menschen im Moment ein so schlechtes Gewissen gemacht wird. Man kauft sich ein gutes Gewissen. Eigentlich ist das eines unserer Probleme, denn genau das wollen wir nicht – wir wollen einfach “normal” leben. Plastikfrei, giftfrei, das sollte die Normalität sein und nicht ein neuer Motor für die Konsumwirtschaft. Wobei wir beim eigentlichen Problem wären: Konsum.

Erfahre mehr über Plastik sparen in deiner Nachbarschaft.

Was meint ihr: Wie ist es dazu gekommen, dass so viele Sachen, die wir täglich brauchen, meistens in Plastik verpackt sind?

Petra: Alles im Handel ist von Angebot und Nachfrage abhängig. Der Handel hat gemerkt, dass der Kunde “schnelle Produkte” – vorgekocht, vorgeschnitten, abgewogen, zum Mitnehmen – sucht bzw. nachfragt, und hat sein Produktangebot entsprechend angepasst. Zum Beispiel in Form von Convenience- und To-Go-Produkten, die sich unserem schnelllebigen Lifestyle anpassen. Viele haben das Angebot begeistert aufgenommen und sind damit nicht ganz unschuldig an der weiteren Verbreitung von Plastikverpackungen.

Sabine: Es war einmal… als ich klein war, hatten wir Holzzahnbürsten, man ging in den Gemüseladen und kaufte dort mit einem Korb das Gemüse und Obst ein, das nicht im eigenen Garten gewachsen ist. Milch holte man mit einer Metallkanne in der Molkerei, Brot beim Bäcker… so war das bei meiner Oma, die sich um den Haushalt, das Einkochen, die Kräuter usw. kümmerte. Mein Opa hat gearbeitet und verdiente genug, um uns zu ernähren und um für 5 Personen einmal im Jahr einen Urlaub in Österreich oder Südtirol zu bezahlen. Die jüngere Generation, also meine Mutter und mein Vater, mussten beide arbeiten, um genügend zu verdienen. Zu jener Zeit kamen die ersten Supermärkte auf, wo man (fast) alles bekam. Ich kann mich noch an den ersten “Albrecht” (heute Aldi) in Coburg erinnern.

Heute hat sich diese Situation noch gesteigert: Die meisten Familien leben weit voneinander weg, Kinder müssen in den Kindergarten, in die Ganztagsschule, weil beide Eltern Vollzeit arbeiten müssen. Dann muss am Abend alles schnell gehen: schnell einkaufen, schnell irgendwas warm machen, sich fix und alle vor die Kiste setzen. So sieht es zumindest bei den meisten Menschen aus.

Man geht also schnell in den nächsten Supermarkt und kauft das, was man vor der Nase hat, möglichst ohne irgendwo anstehen zu müssen. Die Verpackungsindustrie ist riesig und mit dem Verkauf von vielen kleinen Verpackungen verdient man wesentlich mehr. So werden zwei Industrien bedient: Lebensmittel und Verpackung – beide oft in sehr ähnlichen Händen. Durch die Plastikverpackungen konnte an Personal gespart werden, denn jeder nimmt sich ja selbst, was er möchte. Dann sind Plastikverpackungen auch bequem: Die Artikel werden nicht schmutzig und unansehnlich, denn man kann sie relativ einfach abwischen, auch wenn sie sehr lange im Regal liegen.

Das sind nur ein paar wenige Gründe, vielleicht die offensichtlichsten, warum so vieles in Plastik verpackt ist – man kann, wie es ja auch schon oft genug geschehen ist, einen ganzen Roman darüber schreiben.

Plastik sparen: Wie anfangen?

In welchen Lebensbereichen können wir den Plastikkonsum am besten reduzieren? Wo ist es am einfachsten und wo am schwierigsten?

Petra: Es ist individuell ganz verschieden, in welchen Lebensbereichen jemand anfängt, Plastik zu sparen. Einfach und schwierig werden ganz individuell wahrgenommen. Für mich persönlich ist der Lebensmittelbereich am einfachsten plastikfrei zu halten. Ich bekomme eine regionale, saisonale Biokiste und kann auf dem Wochenmarkt gut einkaufen. Wurst und Käse kaufe ich an der Theke, Milchprodukte in Flaschen und Gläsern. Im Supermarkt bin ich nur noch selten zum Einkaufen.

Sabine: Klar, ganz einfach ist es Körbe und eigene Taschen und Beutel mitzunehmen, aber sehen wir einmal davon ab. Gleichzeitig möchte ich noch vorausschicken, dass es bei mir immer darum geht, mit einem begrenzten Budget Plastik sparen zu können, weshalb ich einerseits einsparen muss, um dann andere Artikel plastikfrei einkaufen zu können.

Am einfachsten ist es bei mir im Bereich Waschmittel, Seife, Shampoo, denn diese mache ich selbst, tausche oder kaufe zweite Wahl. Brot bekomme ich im Moment oft über Foodsharing und wenn nicht, backe ich selbst, auch da kann man sparen – an Geld und Plastik.

Unverpackte Lebensmittel sind, was den Preis betrifft, problematisch, wenn man nicht gerade ein Mensch mit höherem Einkommen ist, denn sie kosten mindestens das doppelte, oft das drei- bis vierfache, wo ich wohne (vielleicht habe ich bisher auch noch nicht die richtigen Alternativen gefunden). Wir haben aber festgestellt, dass das von Region zu Region auch sehr unterschiedlich sein kann.

Heute hatte ich wieder so ein Beispiel: 1 l Sonnenblumenöl in Plastik € 0,99 und im Glas € 3,49. Kartoffeln in Plastik € 0,60/kg, offen € 1,00 (nicht Bio – bei Bio liegen wir bei €2 – €4/kg unverpackt). So lange man Single oder zu zweit ist, geht vieles noch recht einfach. Wenn dann gleich mehrere Kinder da sind, wird es teuer – wirklich teuer. Drei Teenager verdrücken eine Menge …

Im Sommer ist ein Teil des Gemüses aus eigenem Anbau – im Winter leider nicht 🙂

Wer ist für euch ein „Plastiksparer“?

Petra: Nun, ehrlich gesagt, habe ich noch keine feste Definition für den “Plastiksparer” festgelegt. Man könnte sagen, ein Plastiksparer ist man, wenn man aktiv ins Handeln kommt, also über den Punkt des passiven Informierens hinauskommt und im “echten” Leben Entscheidungen für plastikfreieres Einkaufen trifft.

Plastik sparen: Unverpackte Lebensmittel einkaufen. © Wir von Hier

Sabine: Menschen, die bewusst auf Plastikverpackung achten und dort reduzieren, wo es für sie möglich ist.

Ein Beispiel von vielen (hatte ich oben auch schon angesprochen): Auch wenn man wenig hat und zum Beispiel Nudeln in Papier mit € 2,79/500 g einfach zu teuer sind, so kann man doch auch bei den günstigen Produkten an Plastik sparen, indem man Spaghetti statt Penne nimmt (ein Unterschied von 50 %, wenn man die beiden Verpackungen vergleicht).

Plastik sparen als persönliche Angelegenheit

Woher schöpft ihr das Wissen über „Plastik sparen“? Inwieweit ist das Thema auch mit eurem beruflichen Hintergrund verbunden?

Petra: Ich bin selbstständige Grafikdesignerin und werde beruflich mit dem Thema wenig konfrontiert.

Es sind die Prägungen aus Familie und Elternhaus, mein Interesse an Natur, Garten, Nachhaltigkeit und gesunder Ernährung und die Lust am Lesen und Informationen aufsaugen, die zu meinem Wissen beitragen. Mit dem Thema des “Plastik sparens” beschäftige ich mich täglich. Ich kenne die Schwierigkeiten und kann eigene Lösungen und Erfahrungswerte teilen.

Sabine: Es gibt jede Menge an Literatur zum Thema und man kann durchaus Beschreibungen zu Herstellungsverfahren wie auch zum Recycling finden. Angefangen hat es, als ich in Italien gelebt habe. Dort war ich wieder auf dem Land und konnte, wie einst meine Oma, Wildgemüse unter uralten Rebstöcken sammeln. Auch war es in Italien nicht so einfach den Müll wegzubringen, weil die nächste Tonne einfach mal 5 Minuten Fußweg entfernt war.

Beruflich versuche ich es gerade zu “verbinden”, ganz einfach, indem ich bei jeder Lieferung einer Übersetzung, bei jeder Rechnung etwas “Werbung” mitschicke. Allzu sehr möchte ich jetzt hier nicht ins Detail gehen.

Ich bin seit 1993 Übersetzerin, habe früher viel für die Industrie übersetzt – meist Maschinenbauhandbücher. Dazwischen kamen einige Ereignisse, durch die ich nicht Vollzeit übersetzen konnte und angefangen habe, mich auf andere Fachgebiete zu orientieren. Dazu gehörte die Erstellung von Terminologie für eine Universität zum Thema “nachwachsende Rohstoffe – NAWARO”. Heute arbeite ich für sehr unterschiedliche Branchen und baue mir gerade ein Team für den Bereich Tourismus und Lebensmittel auf. Auch das hat einen Hintergrund: Essen muss jeder Mensch … die Informationen über LEBENSmittel sind wichtig. Der Tourismus benötigt ursprüngliche Natur und vieles mehr – also ist auch das ein gangbarer Weg, um Menschen zu erreichen.

Um mehr Menschen mit dem Thema “Plastik sparen” zu erreichen, müssen wir oft genug auch ungewöhnliche Wege gehen, denn auch wir haben nur 24 Stunden pro Tag zur Verfügung.

Erzähle über dein lokales Projekt auf Wir von Hier.

Die Idee der Plastikvermeidung verbreitet ihr nicht nur durch Blog-Beiträge, sondern auch durch Workshops. Wie verlaufen eure Workshops und wer sind meistens die Workshop-Teilnehmer*innen?

Petra: Die Workshops finden momentan nur in Frankfurt statt. Zu den Workshops bringe ich eine riesige Tasche mit Plastikmüll mit (natürlich gereinigt). Dieser Müll kann von den Teilnehmern auf eine Wäscheleine gehängt werden und wird so für alle “sichtbar”. Jeder, der mag, kann dann ein Stück des Mülls abhängen und dazu erzählen, wie es möglich ist, es durch eine plastikfreie Variante zu ersetzen. Auf diese Art motivieren sich die Teilnehmer gegenseitig , noch aktiver zu werden. Je nach Gruppenzusammensetzung unterstütze ich dann mehr oder weniger mit meinem Wissen.

Ein Teil der Workshopteilnehmer*innen ist schon aktiv am Plastik sparen, der andere Teil gerade dabei sich zu orientieren. 80 % sind weiblich, 20 % männlich. Die Altersstruktur liegt bei ca. 18 bis 30 Jahre und ca. 45 bis 70 Jahre. Auffällig ist das fehlende Interesse an dem Thema in der Altersspanne von ca. 30 bis 45 Jahre.

Plastik sparen Workshops: Im „Atelier Farbspiel“ in Frankfurt am Main (auf dem Bild links) und in der Klimawerkstatt Ginnheim in Ginnheim (auf dem Bild rechts). © Plastik sparen

Tipps für weniger Plastik im Alltag

Habt ihr Tipps für unsere Leser*innen parat, wie man mit dem Plastiksparen im Alltag anfängt?

  1. Vermeide Plastik, aber ersetze es nicht. Wirf keine Dinge aus Plastik weg, um sie gegen Naturmaterialien auszutauschen, außer sie sind kaputt.
  2. Nutze bereits gebrauchte Gemüse-, Obstbeutel, bereits genutzte Brotbeutel oder Beutel aus leichter Baumwolle. Bringe dein Verpackungsmaterial zum Einkaufen mit.
  3. Wähle möglichst Mehrwegflaschen. Einwegflaschen werden zwar gesammelt, aber nicht immer recycelt, sondern oftmals verbrannt.
  4. Schaue dich bei dir im Haushalt mal in Ruhe um. Wo findest du Produkte mit viel Plastikverpackung und wenig Inhalt. Überlege dir, wie du diese Produkte ersetzen kannst.
  5. Nutze Haarwaschmittel, Spülmittel, Reiniger etc. immer nach Dosierungsvorgabe. Auch richtiges Dosieren hilft Plastik sparen, denn so halten die Produkte viel länger.
  6. Tausche Flüssigseife gegen ein Seifenstück. Das spart nicht nur Plastikverpackung, sondern auch noch jede Menge Mikroplastik. Es gibt tolle Seifen, die deiner Haut und der Umwelt gut tun.
  7. Greife lieber zur Glasvariante. Glas kann immer wieder verwendet werden. Milch in der Glasflasche, Joghurt im Glas. Auch Limonaden gibt es in Glasflaschen.
  8. Kaufe an der Frischetheke deine Wurst und deinen Käse ein. Dort wird zwar auch eingepackt, aber es kommt viel weniger Verpackung zum Einsatz, als bei den abgepackten Produkten.
  9. Und wenn man vieles selbst im Moment nicht machen kann, dann kann man immer noch andere dazu animieren, auch etwas zu tun… ganz im Sinne von “wenn viele kleine Menschen viele kleine Dinge tun”.
Plastik sparen mit Seifenstücken

Tausche Flüssigseife gegen ein Seifenstück! © Plastik sparen

Plastik sparen: Go local!

Der Standort von Plastik sparen liegt in Frankfurt am Main. Inwieweit ist der lokale Faktor von Bedeutung für eure Initiative? Habt ihr häufiger lokale Tipps und Infos oder sind eure Inhalte in erster Rolle deutschlandweit relevant?

Petra: Ja, der Hauptstandort ist Frankfurt. Dort fanden auch die ersten Workshops in Kooperation mit der “Klimawerkstatt Ginnheim” statt. Weitere Kooperationen mit Initiativen und Vereinen aus der direkten Nachbarschaft fanden zum Beispiel im Rahmen der “Europäischen Woche der Müllvermeidung” im November 2018, bei der “Land und Genuss Messe” im Februar 2019 und mit dem “Atelier Farbspiel Frankfurt” statt.

Sabine: Für mich persönlich ist die internationale Vernetzung relevant. Deshalb wurde zum diesjährigen internationalen Tag der Muttersprache der Slogan “Plastik sparen” in so viele Sprachen, wie im Moment möglich, übersetzt. Mit der Zeit werden es sicher noch mehr werden. Es gibt Initiativen weltweit, mit denen wir uns austauschen können und bei denen wir auch Inspiration finden. Dieses Jahr ist auch das Jahr der indigenen Sprachen – indigene Völker haben noch ein anderes Verhältnis zur Natur und wir können immens viel von ihnen lernen.

Lokal ist es wichtig zu wissen, was man wo bekommt und mit welchen anderen Initiativen man noch zusammenarbeiten kann (Transition Towns, Tauschringe uvm.). Ich habe übrigens auch einen Account bei Euch – und gerade festgestellt, dass wir im Raum Coburg mehr geworden sind.

Was sind eure Zukunftspläne für die Initiative?

Sabine: Hundertprozentige Pläne kann man nicht haben, noch nicht. Denn täglich lernen wir dazu, sehen, dass unsere Schwierigkeiten auch die von anderen sind. Die Welt ist im Wandel und wir müssen uns darauf einstellen, uns schnell anpassen zu können.

Plastik sparen kann meines Erachtens nur der Beginn sein, der Beginn von Änderungen, die anstehen. Die Menschheit muss zusammenhalten und zusammenarbeiten. Wir müssen mit der Erde leben und nicht von ihr. Das Industriezeitalter ist Schnee von gestern. Neue Gedanken, neue Wege sind nötig, um sicherzustellen, dass die nachfolgenden Generationen auf diesem unseren “EINEN” Planeten leben können.

Petra: Da kann ich Sabine absolut zustimmen.

Als private Non-Profit-Initiative hängt die Zukunft von Plastik sparen aber auch davon ab, wie viel Zeit und finanzielle Mittel wir in unsere Arbeit investieren können. Utensilien für die Messe, Infomaterial, Werbung etc. das alles finanzieren wir zur Zeit aus eigener Tasche. In Zukunft werden wir uns da Gedanken über finanzielle Unterstützung durch Partner, Kooperationen etc. machen müssen.

Sabine: Ich liebe Zitate – hier eines, das man auch gut bei Plastik sparen anwenden kann:

„Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann – tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde“. (Margaret Mead)

Vielen Dank für das Interview.

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