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Altkleider-Container oder Kleiderspende?

Die Mode kommt und geht, aber was macht man mit der alten Kleidung? Viele schmeißen ihre Altkleidung ohne Bedenken in einen Container und stellen sich dabei keine Fragen über das weitere Schicksal einer einst beliebten Jacke oder ihrer alten Lederschuhe.

Jedes Jahr werden in Deutschland ca. 1 Mio. Tonnen Altkleider in Altkleider-Container oder Sammlungen gegeben. Laut dem Dachverband gemeinnütziger Altkleidersammler in Deutschland FairWertung ist das jährliche Sammelaufkommen an Textilien seit den 1990er Jahren um mehr als 20 % gestiegen. Die sozialen Einrichtungen können allerdings nicht so viele Altkleider gebrauchen. Was passiert denn mit „gespendeten“ Kleidern, die in Container gelangen?

FairWertung hält fest: Altkleider, die in einen Sammelcontainer geworfen werden, gehen unsortiert an gewerbliche Textilverwerter. Sollte der Altkleider-Container von einer gemeinnützigen Sammelorganisation sein, fließt der Erlös in soziale Projekte. Kleiderspende wird somit zu einer Geldspende.

Ob alle Altkleider-Container per se von gemeinnützigen Sammelorganisationen sind, ist allerdings eine andere Frage. Es lohnt sich, genau hinzuschauen, wer hinter der Kleidersammlung steht. Nur so kannst du dir sicher sein, wem und wofür deine Kleidung weiter nützt. Leider ist die tatsächliche Sammelstelle hinter dem Container nicht immer erkennbar. Gewerbliche Sammler nutzen manchmal Logos gemeinnütziger Vereine oder versuchen den Anschein einer karitativen Einrichtung zu erwecken. In der letzten Zeit hat sich weiterhin die Anzahl von illegalen Containern vermehrt, die ohne Genehmigung der Behörden aufgestellt werden.

Wie erkennst du, ob der Container in deiner Nachbarschaft tatsächlich einem guten Zweck dient?

Keine Anschrift und nur Handynummer auf Altkleider-Containern: der erste Hinweis, den Zweck der Kleidersammlung über den Container zu hinterfragen

Fünf Tipps, mit denen du dubiose Container vermeidest

Tipp #1

Schaue genau hin, wo der Container steht. Ist der Standort nicht eindeutig einem Besitzer zuzuordnen (zum Beispiel Grünstreifen, Bushaltestelle oder Parkplatz), ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Container illegal aufgestellt wurde.

Tipp #2

Sammlungen mit Wäschekörben und Sammeleimern auf Bürgersteigen oder vor der Haustür tragen höchstwahrscheinlich einen gewerblichen Charakter und kommen nicht von einer sozialen Einrichtung.

Tipp #3

Lese auf dem Container Kontaktdaten des Containerbetreibers nach. Auf den „wilden“ Containern werden bewusst keine Kontaktdaten aufgeklebt. Sollten keine Adresse und kein Name der Organisation, sondern nur eine Handy-Nummer drauf sein, ist es schon der erste Grund, die Herkunft des Containers zu hinterfragen. Scheue dich nicht und rufe durch. Geht keiner ran (vor allem zu den üblichen Geschäftszeiten) oder ist die Nummer nicht vergeben, raten wir ab, den Container zu nutzen.

Tipp #4

Achte auf emotional klingelnde Vereinsnamen, aufdringliche Appelle an die Hilfsgemeinschaft, irreführende Formulierungen und solche Symbole wie Kirche, Kreuz und Weltkugel auf Containern.

Tipp #5

Siehst du auf dem Container das Zeichen „FairWertung“, kannst du sicher sein, dass dieser Container von einer gemeinnützigen Organisation stammt. Die Organisationen mit diesem Zeichen vermieten nicht ihren Namen, sondern sammeln selbst für einen gemeinnützigen Zweck. Merke dir noch zwei weitere Siegel, die für die Seriosität des Containers sprechen: 1) das Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) und 2) das BVSE Qualitätssiegel Textilsammlung vom Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung.

Altkleider-Container der Berliner Stadtmission werden bei der Standortsuche über FairWertung angezeigt

Altkleider-Container oder direkte Spende?

Eine direkte Spende an die soziale Einrichtung deiner Wahl ist dem Altkleider-Container immer dann zu bevorzugen, wenn du mit deiner Kleidung eine gemeinnützige Organisation unterstützen willst.

Sozialkaufhäuser, Kleiderkammern und Hilfsgüteinitiativen nehmen Altkleider meistens direkt an. Nachdem die Kleidung auf ihre Qualität und Verwendbarkeit geprüft wurde, wird sie entweder an hilfsbedürftige Menschen abgegeben oder als Secondhand-Kleidung angeboten. Allerdings verkaufen auch soziale Einrichtungen unbrauchbare oder überschüssige Altkleidung direkt oder indirekt an gewerbliche Textilverwerter weiter.

Wir von Hier empfiehlt dir, Altkleidung an eine soziale Einrichtung in deiner Nähe weiter zu geben anstatt in den Altkleider-Container zu werfen.

Keine Idee, wohin du die Kleidung abgeben sollst? Dann haben wir für dich eine kleine Liste mit ein paar Vorschlägen:

Auch wenn Altkleider-Container gut für die Umwelt sind, können sie vor allem negative Auswirkungen auf Entwicklungsländer haben. Die Kleidung aus Containern wird häufig nach Afrika zu günstigen Preisen weiterverkauft, was zwar an sich nicht schlecht ist, schadet aber der einheimischen Textilindustrie. Hierzu gibt es auch Gegenmeinungen, dass Secondhand-Kleidung aus Europa den Entwicklungsländern guttut und sogar neue Arbeitsplätze rund um Handel und Umarbeiten schafft. Das Thema bleibt nach wie vor sehr umstritten.

Altkleider-Container, Kleiderspende, Restmüll, Kleidung in Kartons oder lose auf der Straße – die Wege der Altkleidung sind oft undurchschaubar

Solltest du dich doch für einen Altkleider-Container entschieden haben, achte darauf, was du in die Tüte packst. Die gespendete Kleidung muss in erster Rolle gut erhalten, sauber und verpackt in den Container rein. Was definitiv nicht in den Container gehört, sind zerschlissene oder verschmutzte Kleidung, getragene Unterwäsche, einzelne Schuhe oder Gummistiefel.

Aber wozu ein Altkleider-Container oder eine Spende an die soziale Einrichtung, wenn eventuell auch deine direkten Nachbarn deine Kleidung gern annehmen würden? Verschenke deine Sachen über den Wir von Hier Marktplatz oder organisiere eine Kleider-Tauschbörse in deiner Nachbarschaft. Brauchst du Unterstützung in deinem Vorhaben? Das Wir von Hier Team hilft dir gerne weiter. Schreibe uns einfach eine Mail an support@wirvonhier.de und erzähle von deiner Idee!


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