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Der Flaschengarten – Ein Zuhause für deinen Dschungel

Vor fast 200 Jahren entdeckte der englische Arzt Nathaniel Ward die Möglichkeit, kleine Gärten in Flaschen anzulegen. Ein Flaschengarten ist ein Modell für ein geschlossenes Ökosystem, in dem natürliche Kreisläufe von Wasser und Nährstoffen ablaufen. Das Gute daran: Hast du einen Flaschengarten einmal angelegt, brauchst du dich prinzipiell nicht mehr um ihn zu kümmern.

Aber wie kannst du einen eigenen Flaschengarten anlegen? Das Wir von Hier Team hat für dich ein kurzes und einfaches Manual nach der Anleitung der IGA Workcamps „Grüne Berufe“ (mehr Infos hier) gemacht.

Schritt 1: Vorbereitung

Top vorbereitet für den Flaschengarten!

Bist du von der Idee des Flaschengartens begeistert und willst einen kleinen Dschungel im Glas zu Hause haben? Das geht ganz sicher! In der Liste findest du alles, was du dafür brauchst:

  • Ein großes ca. 2 Liter fassendes Glasgefäß mit Deckel (zum Beispiel mit Bügel- oder Schraubverschluss)
  • Steinchen oder Blähton für die Drainage
  • Aussaat- oder Stecklingserde
  • Holzkohle oder Aktivkohle
  • 1 bis 5 Pflanzen oder Pflanzenstecklinge
  • Schere, Pinzette, Hammer, Plastikbeutel & Gartenwerkzeug, das du evtl. zur Bepflanzung brauchst

Bei der Auswahl des Glases achte darauf, dass die Öffnung des Gefäßes so groß ist, dass du mit der Hand in das Glas kommst. Bevor du das Glas verwendest, reinige es gründlich von innen und außen mit Wasser und trockne es gut ab.

Welche Pflanzen kannst du für den Flaschengarten nutzen?

Generell eignen sich besonders tropisch-exotische Pflanzen gut für einen Flaschengarten, denn die feuchtwarmen Lebensbedingungen im Glas sind genau das Richtige für sie. Pflanzen wie Farne, Moose, Orchideen, Bubikopf oder Fleischfressende Pflanzen würden sich zum Beispiel auch sehr wohl im Flaschengarten fühlen. Wenn du dich für Orchideen entscheidest, nimm einfach sogenannte Mini-Orchideen. Du kannst aber auch Kakteen oder Sukkulenten bepflanzen, vor allem Bromelien würden wegen ihrer außergewöhnlichen Blüten im Glas gut aussehen.

Schritt 2: Die Drainage

Wir haben bei uns keine kleinen Steinchen gefunden und müssen mal schauen, ob die Drainage auch so funktioniert. 🙂

Hast du alles Notwendiges vorbereitet, kannst du mit der Drainage beginnen. Nimm dafür entweder kleine Steinchen, die du selbst in der Nachbarschaft gesammelt hast, oder Blähton aus dem Baumarkt. Schichte die Steinchen in das Glas und achte dabei auf ihre gleichmäßige Verteilung auf dem Glasboden. Die Schicht sollte etwa 2-3 cm hoch sein.

Schritt 3: Die Holzkohle

Auf der Drainageschicht verteilst du ca. 1 Esslöffel Holzkohle, im besten Fall nimmst du dafür Aktivkohle aus dem Baumarkt. Aber auch Grillkohle ist nicht verkehrt. Zerkleinere die Grillkohle in einem Plastikbeutel mit einem Hammer, bis die Kohlestückchen eine Größe von 0,5-1 cm haben. Achte darauf, dass du keinen Kohlestaub verwendest, da dieser die Drainage verstopfen würde.

Schritt 4: Die Stecklingserde

Auf die Drainage und Holzkohle legst du eine etwa 3-5 cm dicke Schicht aus Aussaat- oder Stecklingserde, die du normalerweise in jedem Baumarkt finden wirst. Dieses Substrat regt Pflanzenstecklinge zur Wurzelbildung an und garantiert dadurch ein langsames Wachstum der Pflanzen. Verteile anschließend noch einen Esslöffel Holzkohle. Übrigens kannst du einen selbst gebastelten Trichter aus einem Bogen Papier nehmen, um zu verhindern, dass die Erde an der Glaswand kleben bleibt.

Schritt 5: Die Bepflanzung

 

Der Steckling einer Farne wohnt jetzt in unserem Flaschengarten.

Befreie Stecklinge oder Ableger einer Pflanze von den unteren Blättern und stecke sie 1-2 cm tief in die Erde. Die Pflanzenwurzeln sollten um die Hälfte gekürzt werden, denn das regt die Bildung neuer Wurzeln an und sorgt für ein besseres Anwachsen. Forme mit einem Löffel oder mit den Fingern eine kleine Kuhle für jede Pflanze. Setze die Pflanze in die Kuhle und bedecke den Wurzelballen gut mit Erde. Drücke die Pflanze anschließend ein bisschen fest. Solltest du mehrere Pflanzen setzen, achte darauf, dass jede Pflanze genug Platz hat.

Schritt 6: Das Gießen

Gieße deinen Flaschengarten mit destilliertem Wasser oder (noch besser!) mit handwarmem Regenwasser. Leitungswasser kannst du zum Gießen zwar auch verwenden, da es aber viel Kalk enthält, wird es allerdings für tropische Pflanzen nicht empfohlen. Die Erde muss gut durchfeuchtet sein, auf dem Boden des Gefäßes darf aber kein Wasser stehen. Hast du aus Versehen zu viel Wasser angegossen, kannst du das Glas ein paar Tage offen stehen lassen.

Schritt 7: Die Dekoration

Im Flaschengarten findet sich Platz nicht nur für Pflanzen, sondern auch für die Dekoration. Hier sind deinen Ideen kaum Grenzen gesetzt. Moos, Kieselsteine, Sand, Muscheln oder auch kleine Figuren wären perfekt für deinen kleinen Garten. Grundsätzlich kannst du alles als Deko nehmen, was dir einfällt. Die Ausnahme bildet nur das Holz, da es in einem geschlossenen Glas leicht anschimmeln kann.

Nun ist dein Garten fertig und du freust dich über das Ergebnis! Verschließe das Glas und stelle es an einen hellen Platz. Das direkte Sonnenlicht ist dem Garten allerdings nicht zu empfehlen, da es zur Überhitzung im Gefäß führen kann.


Beobachtest du schon, wie dein Garten sich entwickelt und welche Pflanzen besonders gut gedeihen? Teile deine Eindrücke aus deinem Flaschengarten mit uns und schicke uns deine Fotos per Mail an content@wirvonhier.de. Wir freuen uns auf neue Flaschengärten in allen Nachbarschaften!

♥ Tipp ♥ Auf Wir von Hier kannst du außerdem jederzeit eine neue Gruppe für alle Flaschengarten-Freunde in deiner Umgebung erstellen, dich dort mit gleichgesinnten Nachbarn austauschen und über dein kleines Pflanzen-„Universum“ erzählen.


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